top of page

Tag 6

Aventura
26. Aug. 2019
3 Min. Lesezeit

Sonntag, 18.8.2019




Gosol - Coll de Bauma - Sant Marti del Puig - La Salle Natura


*So weit die Beine tragen - und (leider) noch viel weiter*


Nach unserem Pausentag ist es wieder Zeit früh aufzustehen. Um 6.45 Uhr wecken wir die auf zwei Schlafsäle verteilte Gruppe. Unsere Nacht im 'Lehrerzimmer' war mässig gut, eher verschnarcht und vermieft( Fußschweiß, geschlossenes Fenster). Unsere Zimmernachbarn, ein französisches Paar, hat uns das Schlafen schwer gemacht. Laut meiner für spionage ausreichenden Franzosischkenntnisse war das eiskalte Taktik! Herr Claro war clever und hat schon am Anfang der Nacht das Weite gesucht. Um 7.30 Uhr genießen wir nochmal ein deluxe Frühstück im Refugi Moli de Gosol. Luis hat mit seiner mediterranen Kreation Tomaten rot mit Öl und Knobi Nachahmer gefunden und Kaffee und Kakao finden reichlich Zuspruch. Für Emma gibt es auch noch ein fröhliches Ständchen zum Geburtstag und eine Quiche mit Kerze vom Refugi dazu.

Dann muss ich langsam mal ein bisschen 'Stress' verbreiten. Wir sind nicht ganz so konsequent mit unseren Aufbruchszeiten bisher und als um 7:56 immer noch Kaffee nachgeschenkt und gequatscht wird gerät unser 8 Uhr Aufbruch schon wieder in Gefahr. Zack zack also, Zähne putzen, zusammenpacken, aufsatteln.

Immerhin gegen 8.20 Uhr stehen wir dann bepackt und blasengepflastert in der kühlen Sommerfrische eines Sonntagmorgen in den Pyrenäen, umgeben von sonnengefluteten Bergrücken. Was für ein Luxus heute hier wandern zu dürfen:)


Der eine (jaja, einer...) Kilometer bis ins Stadtzentrum von Gosol geht steil bergauf, aber Beine und Gemüt sind locker und erholt. Das Ziel heute: ein Ort namens Coll de Bauma, laut Wanderkarte 12km entfernt und dabei etwa die Hälfte Steigung, die Hälfte Gefälle. Alles machbar. Dass es am Ende des Tages (mal wieder) ganz anders werden sollte, das ahnte bis dahin noch niemand...

Unsere bunte Rucksackprozession schlängelte sich also durch die verschlafenen Straßen von Gosol, bald verließen wir die Stadt auf einem Wanderpfad, der uns hinauf in die Bergwelt führte. Zweieinhalbstunden wanderten wir über Almen, vorbei an Kühen und Kälbchen. Idylle pur und hier oben waren sogar die Temperaturen annehmbar kühl zur Mittagszeit.

Um fast Punkt 12 erreichten wir den 'Gipfel'. Nach einer einstündigen Pause mit viel Zwischenapplaus für keuchende Mountainbiker ging es weiter den Berg hinab, denn der Gipfel war auch der Scheitelpunkt zwischen Steigung und Gefälle.

Schließlich kamen wir in einer grünen Senke an, dort sprudelt eine Quelle und wir wurden betört von Grillgeruch - ein perfektes Paradies:) Herr Rusca knüpfte gleich Kontakte, wir machten eine Pause und grillgutgierige Schüler und Schülerinnen besorgten sich fragemutig etwas zu essen. Danach war die Laune so gut, dass wir beschlossen noch weiter zu wandern, obwohl der Platz bereits unser eigentliches Ziel - Coll de Bauma - war.

Hinab hinab ging es weiter mit dem Ziel heute noch möglichst nah an das morgige Ziel - La Salle Natura - heran zu kommen. So liefen wir weiter, machten hin und wieder Pausen, doch irgendwann begann sich der Weg zu ziehen. Es wurde immer heißer und drückender, drohte etwa ein Gewitter? Ich war inzwischen mit der vorderen Gruppe unterwegs und wir erreichten spät nachmittags Sant Marti del Puig... Ein Ort, der sich enttäuschend als alte Ruine entpuppte. Wir warteten und warteten, aber es kam niemand nach. Schließlich liefen Luis, Attila und ich los, um den Anderen entgegen zu gehen. Aufgebracht kam uns nach kurzer Zeit die zweite Gruppe entgegen. Sie berichteten, dass Este gestürzt war und sich den Knöchel verletzt hatte. Wir liefen einen Kilometer den Berg hinauf, um zu helfen. Este saß dort wie ein Häuflein Elend, die Arme. Wir bereiten schnell, da es bereits später Nachmittag war und es außerdem hier oben keinen Empfang gab. Herr Claro und Attila blieben bei Este während ich mit den anderen der dritten Gruppe abstieg. Ziel war es ein Auto für Este zu organisieren.

Wir trafen die anderen an unserem Ziel, der Unterkunft La Salle Natura. Herr Rusca kümmerte sich um Transport für Este, was auf Grund seiner hervorragenden kommunikativen Kompetenz schnell klappte. In der Gruppe kümmerten wir uns ums Schlafen und das Essen Zum Glück kamen wir bereits auf das Gelände der Unterkunft und konnten dort die Zelte aufbauen. Gegen 21 Uhr, welche Überraschung!, humpelte Este ein. Das Auto konnte sie nicht erreichen, da die Straße unterbrochen war. Aber Herr Claro und Attila hatten sie gestützt und abwechselnd sogar getragen, um vom Berg zu kommen. Eine großartige Leistung. Estes Fuss tat zwar weh, aber sie lächelte und wurde von der Gruppe johlend empfangen. Was für ein Tag!! Einen weiteren Pausentag hatten wir uns für morgen aber sowas von verdient!


Ein Bericht von Bentje

 
 
 

Kommentare


bottom of page